Nachruf

Werner Jauch

Am 29.4.2018 starb Werner Jauch, gerade mal 67 Jahr alt. Eine gute Woche nachdem ihn ein Herzinfarkt mitten aus dem vollen Leben gerissen hat.

Seit 1994 leitete er die Koordinationsstelle für Schultheater beim Kultusministerium in Stuttgart und hat dabei mehr als 20 Jahre dazu beigetragen, das Schultheater in Baden-Württemberg voranzubringen. Was nicht immer einfach war, denn Theater und schulische Theaterpädagogik waren für die Schulverwaltung eher Leichtgewichte, geduldet zwar, aber nicht wirklich unterstützt.

Werner Jauch suchte von Anfang an Partner: Mit dem LTT in Tübingen entwickelte er die Tübinger Schultheatertage, mit dem Leitungsteam der Theatertage am See gestaltete er die Jugend- und Schultheatertage, wirkte über Jahrzehnte in der Jury mit und war maßgeblich beteiligt an der Konzeption von JUST-BW, den Jugend- und Schultheatertagen Baden-Württemberg. Er setzte auf Theater als Methode im deutsch-französischen Schüleraustausch und zeigte auf, welch ein mächtiges Bildungsmittel Theatermethoden im Sprachunterricht sein könnten. Die Lehrerfortbildung und -Ausbildung über Schularten hinweg galt ihm als weiteres zentrales Anliegen. An der Landesakademie Bad Rotenfels war er Dauergast als Referent. Er war Gründungsmitglied des Landesverbandes Theater in Schulen Baden–Württemberg und schaffte es, die TheatermultiplikatorInnen an den Schulen in einen kontinuierlichen Austausch zu bringen, über Qualitätskriterien, ebenso wie über das Verhältnis zwischen Pädagogik und Ästhetik im Schultheater nachzudenken.  Für Werner Jauch waren das keine Gegensätze, sondern zwei Seiten ein und derselben Medaille.

Er war auch im Amateurtheater zuhause, gründete zusammen mit Helga Kröplin das Generationentheater „Zeitsprung“ in Tübingen, war an einer Reihe unvergesslicher Inszenierungen beteiligt und spielte selbst in einem Ensemble, das Stücke französischer Autoren in Originalsprache auf deutsche Bühnen brachte. Auch auf der Konzertbühne trat er auf als Interpret französischer Chansons. Er lebte selbst was er als  Credo seines theaterpädagogischen Wirkens formulierte: In der Theaterarbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen erlebe ich, wie viel lebendiges Potential durch die Begegnung mit sich selbst und anderen freigesetzt wird, eine Kraft, die nicht zuletzt vor dem Hintergrund der virtuellen Medien unverzichtbar und lebensnotwendig ist.

Am 27. und 28. 4. wollten Werner Jauch und Felix Prasser in Tübingen auf der Bühne stehen mit Felix & Jojo chantent Brassens. Das Leben schrieb sein eigenes Programm und doch klingen seine Lieder und Impulse weiter. Werner Jauch wird fehlen. Das Schultheater und die Theaterpädagogik verdanken ihm viel. Die Wege, die er angelegt hat, werden weiter begangen werden.

Jürgen Mack